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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-11-15 - 2021-11-14

Zum besseren Verständnis der klimatischen Zyklen, die das Quartär kennzeichnen und gekennzeichnet haben, ist es notwendig, die geographische Ausdehnung und die interhemisphärische Phasierung glazialer Ereignisse zu kennen. Neue glaziale Archive aus dem südlichen Patagonien lassen darauf schließen, dass die maximale Gletscherausdehnung im Laufe des letzten Glazialzyklusses im Verlauf des Marinen Isotopenstadiums (MIS) 3 auftrat. In diesem Zusammenhang untermauern neue Erkenntnisse aus den südlichen Mittelbreiten in Patagonien und Neuseeland die Notwendigkeit, die Frage der Zeitstellung, Struktur und Dauer des lokalen letztglazialen Maximums in den südlichen Mittelbreiten zu kären: Wann war das letztglaziale lokale Maximum erreicht? Warum sprechen nur vereinzelte Archive in Patagonien für ein Auftreten im MIS 3? Handelt es sich dabei um eine lokale Anomalie oder um einen wesentlichen Baustein zum Verständnis des LGM (Last Glacial Maximum) in den südlichen Anden? Hauptziel des Projektes ist die Bestimmung der Zeitstellung des lokalen LGM entlang der Anden in Patagonien (43-55°S). Um dieses Ziel zu erreichen, folgt das Projekt einem interdisziplinären methodischen Ansatz, der Aspekte der Glazialmorphologie, Glazialstratigraphie, Geochronologie und Gletschermodellierung verbindet. Durch die Auswahl von Untersuchungsgebieten entlang eines latitudinalen Transektes sollen sowohl latitudinale Effekte und auch lokale Einflüsse auf die Vergletscherung Patagoniens analysiert werden. Auf der Grundlage präzierer geomorphologischer Kartierungen und Datierungen mittels Optisch Stimulierter Lumineszenz (OSL) und 10Be Expositionsdatierungen, wird für die Rekonstruktion ein 3D Parallel Ice Sheet Model (PISM) zum Einsatz kommen. Dieser methodische Ansatz wird ermöglichen, den Zeitpunkt des lokalen LGM zu erfassen und somit den Einfluss regionaler, hemisphärischer und globaler Phasierungen im Zuge des letzten Glazialzyklusses zu überprüfen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-09-01 - 2020-08-31

Gletscher sind markante Elemente des alpinen Raums, die rasch auf Klimaschwanken reagieren. Fluktuationen der Eismassen haben die alpine Landschaft nachhaltig geformt und prägnante geomorphologische Spuren hin-terlassen aus denen sich räumliche und zeitliche Informationen zu früheren Gletscherständen ableiten lassen. Die Kartierung und Datierung von glazialen Ablagerungen und Schliffgrenzen gewähren nicht nur Einblicke ins Paläoklima, sondern tragen auch wichtige Daten zur Erstellung und Kalibrierung robuster Gletschermodelle bei, deren Ziel es ist, die zukünftige Entwicklung von Gletschern möglichst genau vorauszusagen. Gegenstand des vorgelegten Forschungsvorhabens ist eine multidisziplinäre Gletscher- und Klimastudie in der Silvrettagruppe. Deren Gletschersysteme reagieren äußerst sensibel auf Änderungen der Sommertemperaturen und spiegeln Paläoklimaschwankungen u.a. in Form ausgeprägter Moränensequenzen wider. Sie eignen sich damit hervorragend dazu, Klimasignale von Gletschern in den Ostalpen während der jüngsten Epoche der Erd-geschichte, des Holozäns, zu erfassen, bezüglich der Klimasensitivität zu interpretieren und darauf basierend Gletscherprognosen für das 21. Jahrhundert zu erstellen. Neueste Entwicklungen in der Aufbereitung und Analytik kosmogener Nuklide liefern seit Kurzem das nötige geochemische Rüstzeug um eine umfangreiche zeitliche Einstufung von Gletscherschwankungen im Holozän durchzuführen. Mit Hilfe hochpräziser 10Be Expositionsdatierung können Moränen Alter zugeordnet werden, die Gletscherhochstände während holozäner Kaltphasen repräsentieren. Ergänzend werden Radiokarbondatierung und dendrochronologische Analysen eingesetzt werden um organische Ablagerungen in glazialen Sedimenten zeitlich einzuordnen. Die Kombination mehrerer unabhängiger Datierungsmethoden zusammen mit detaillierter geomorphologischer Kartierung der Gletschersysteme wird es ermöglichen, ein umfassendes Bild von Glet-scher- und Klimabedingungen während der letzten 11.700 Jahre in der Silvretta zu erlangen. Die Eingliederung dieser Studie in einen größeren räumlichen Kontext (Österreichischer und Schweizer Alpenraum) unter Berück-sichtigung von weiteren wichtigen Paläoklima- und Gletscherarchiven verspricht Hinweise auf die nach wie vor ungeklärten Auslösemechanismen von Klimaänderungen und die damit verbundenen Gletscherschwankungen zu geben. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte ist mit wachsenden Verlusten an Gletscherflächen zu rechnen, welche öko-logische, ökonomische und sozialen Folge im Umfeld von glazialen Gebieten haben werden und sich unter anderem auf Wasserversorgung, schutzbedürftige Lebensräume, Biodiversität, Naherholung und Tourismus, Naturgefahren in Siedlungsräumen und die Nutzung von Wasserkraft auswirken können. Durch Erstellung eines robusten Gletschermodells für die Silvretta, in welches die neuen geochronologischen Daten eingearbeitet wer-den, wird es möglich sein, das Ausmaß der Veränderungen in Form aussagekräftiger Parameter wie beispiels-weise Schmelzwasserspende, eisbedeckte Fläche und Höhe der Gleichgewichtslinie unter Annahme prognosti-zierter Klimaänderungen zu simulieren. Damit können quantitative Informationen zum Wandel des alpinen Raums in der Silvretta und in einem nächsten Schritt für die Ostalpen bereitgestellt werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-08-01 - 2019-12-31

Sensitivität von Gletschern in den Ostalpen gegenüber dem Klimawandel

Betreute Hochschulschriften